Flavonoide: die Stoffe, die CBD Blüten Farbe geben
Bei CBD Blüten denkt man an CBD und an die Terpene, die für den Duft sorgen. Im Hanf gibt es aber noch eine dritte, weniger bekannte Stofffamilie: die Flavonoide. Sie riechen nicht, tragen aber zur Farbe der Blüten bei und gehören zur Chemie, die jede Sorte von den anderen unterscheidet.
Was sind Flavonoide?
Flavonoide sind Polyphenole, die in fast allen Pflanzen vorkommen: in Obst, Gemüse, Tee und Kakao. Der Name kommt vom lateinischen flavus, gelb, weil viele dieser Stoffe gelbe Pigmente sind. In der Pflanze tragen sie zur Farbe von Blättern und Blüten bei und schützen sie vor UV-Strahlung.
Die Flavonoide im Hanf
Im Hanf finden sich Flavonoide vor allem in den Blättern und Blütenständen. Die häufigsten gehören zu zwei Gruppen, den Flavonen und den Flavonolen:
- Apigenin und Luteolin: Flavone, die in vielen Pflanzen vorkommen, zum Beispiel in Kamille und Petersilie.
- Quercetin und Kaempferol: Flavonole, die es auch in Zwiebeln, Äpfeln und Kapern gibt.
- Orientin und Vitexin: Flavone, die an ein Zuckermolekül gebunden sind und auch im Hanf beschrieben wurden.
Cannflavine, typisch für Cannabis
Einige Flavonoide kommen fast nur in Cannabis vor. Das sind die Cannflavine A und B, Mitte der 80er-Jahre von der Forscherin Marilyn Barrett in London beschrieben; später kam Cannflavin C dazu. 2019 hat eine Gruppe der Universität Guelph in Kanada in der Fachzeitschrift Phytochemistry die Gene beschrieben, mit denen die Pflanze sie bildet. In der Pflanze sind Cannflavine nur in sehr kleinen Mengen vorhanden.
Die Forschung zu diesen Stoffen geht weiter: 2025 hat eine Studie der Universität Stellenbosch in Cannabis 79 phenolische Verbindungen nachgewiesen, 25 davon erstmals, wie wir in der News über die Flavoalkaloide von Cannabis berichten.
Warum manche Blüten violett werden
Das Grün der Blüten stammt vom Chlorophyll. Anthocyane, eine Gruppe von Flavonoiden, sorgen dagegen für violette, rote und blaue Töne. Bei vielen Sorten bleiben sie vom Grün verdeckt; wenn die Pflanze gegen Ende der Saison weniger Chlorophyll bildet, können sie sichtbar werden. Die Farbe hängt von der Genetik und vom Anbau ab: Deshalb kann eine Sorte wie Purple Haze violette Reflexe zeigen, aber nicht immer gleich stark.
Die Farbe sagt nichts über den CBD-Gehalt aus: Eine violette Blüte enthält nicht unbedingt mehr oder weniger CBD als eine grüne. Für die Beurteilung zählt das Gesamtbild aus Aussehen, Trichomen, Duft und Feuchtigkeit, wie wir im Ratgeber CBD Blüten in guter Qualität erkennen erklären.
Flavonoide und Terpene: die Unterschiede
- Terpene: Sie sind flüchtig, verdunsten leicht und sind vor allem für den Duft verantwortlich. Mehr dazu im Ratgeber Terpene von CBD Blüten.
- Flavonoide: Sie sind nicht flüchtig und deshalb nicht zu riechen; sie tragen vor allem zur Farbe der Pflanze bei.
- Cannabinoide: Wie CBD bilden sie die dritte Stofffamilie und werden auf der Packung in Prozent angegeben.
Auch das Aroma von Cannabis hängt nicht nur von Terpenen ab: Einige Schwefelverbindungen tragen zum typischen Geruch bei, wie wir in der News über eine neue Verbindung jenseits der Terpene berichten.
Häufige Fragen
Steht der Flavonoidgehalt auf der Packung?
Nein. Auf der Packung findest du den CBD- und den THC-Gehalt. Flavonoide erfordern eine spezielle Laboranalyse und werden nicht für jede Charge gemessen.
Kommen Flavonoide nur im Hanf vor?
Nein, sie kommen in fast allen Pflanzen vor. Nur einige, wie die Cannflavine, sind typisch für Cannabis.
Wie bleiben Farbe und Qualität der Blüten erhalten?
Dunkel, kühl und in einem luftdichten Behälter, weil Licht und Wärme mit der Zeit Farbe und Aroma verändern. Lies dazu CBD Blüten richtig aufbewahren.
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